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Einführung | Schenkökonomie.org

Einführung

Was ist Schenk- bzw. Geschenk(s)ökonomie?

Schenkökonomie ist eine Form des Wirtschaftens bei der keine Bezahlung und auch kein unmittelbarer Warentausch erfolgt.

Beim Schenken gibt oder schafft aus freiem Antrieb, was was er/sie gerne tut und /oder für nötig hält.

Von einer Schenkökonomie kann man dann sprechen, wenn der betroffene Personenkreis darauf vertrauen kann, auch selbst von Anderen mit den benötigten Dingen beschenkt zu werden.

Im Prinzip sind auf diese Weise ebenso komplexe arbeitsteilige Produktionsprozesse möglich wie in einer Marktwirtschaft.

Die Worte Schenkökonomie, Geschenksökonomie oder Geschenkökonomie bedeuten alle das gleiche, wurden jedoch von unterschiedlichen Personen geprägt: Thomas Herzig verwendete Schenkökonomie, Patrick Siebert sprach von Geschenksökonomie und Walter Siebert prägte Geschenkökonomie.

Die Schenkökonomie ist die natürliche Form des Wirtschaftens

Unserer Meinung nach ist die Schenkökonomie ist die natürliche Form des Wirtschaftens seit Beginn der Entstehung des Homo Sapiens bis zum Aufkommen von Geldwesen, und juristischem Eigentum.

Und auch heute noch ist Schenkökonomie (und nicht Tauschwirtschaft) die vorherrschende Form bei Naturvölkern und in der Tierwelt. Hier wird freiwillig für die soziale Gemeinschaft beigetragen (von außen nur durch emotionale Bindungen und soziale Kontrolle motiviert). Keine Gewalt und kein Geld zwingt z.B. eine Biene Honig zu sammeln und ab zu liefern.

Wer in der heutigen Marktwirtschaft hingegen nichts zu geben hat, was am Markt Absatz findet, aber dennoch Bedarf hat, kann bestenfalls durch Verschuldung etwas bekommen. Deshalb greift hier der “Sozialstaat” mit planwirtschaftlichen Maßnahmen ein, welche eine Umverteilung erzwingen.

In der Schenkökonomie gibt es aber keine Zwänge: Schenken ist ein freiwilliger Akt.

Man kann es sich in der Schenkökonomie leisten, mitfühlend zu sein und zu Schenken, denn das Geben ohne Gegenleistung führt dabei zu keiner Verringerung der eigenen Konsummöglichkeiten.

Wirtschaftsmodelle

Man kann grob zwischen folgenden Wirtschaftsmodellen unterscheiden:

Subsistenzwirtschaft:

Hier arbeitet und produziert ein jeder unmittelbar für den Eigenbedarf.

Marktwirtschaft:

Das gegenseitige Geben erfolgt immer unter der Bedingung einer Gegenleistung, sei es in Form von Waren-oder Dienstleistungstausch oder über ein abstraktes Zahlungsmittel. (Geld , Schuldscheine, Gutscheine, etc..).
Eine Variante der Marktwirtschaft ist die

kapitalistische Marktwirtschaft

in welcher nicht bloß für Arbeit und produzierte Güter eine Bezahlung verlangt wird, sondern auch alleine für das zur Verfügung Stellen vorhandener Ressourcen. Alleine aus dem Privateigentum heraus kann man auf dem Markt tauschend aktiv werden.

Der eine Marktteilnehmer nutzt dabei den Vorteil, dass er Eigentum an einer Ressource hat, die er selbst nicht für den Eigenbedarf benötigt, die aber ein Anderer benötigt und nicht hat.

(Diese Ressourcen können in der modernen Gesellschaft vielfältig sein: ZB: Land, Immobilien, Rohstoffe, Energieträger, Geld, Aktien, Vertriebswege, etablierte Zugänge zu Märkten und Kunden, Patente, Verwertungsrechte, Verträge, rechtliche Privilegien, etc.

Spezialform: Neoliberalismus

Auch, wenn das Wort klassisch anders verwendet wurde – wir wollen folgendes darunter verstehen: Diese Form der kapitalistischen Marktwirtschaft stellt die Gewinnmaximierung an die oberste Stelle. In der Umgangssprache versteht man auch einen Zusammenschluss von Politik und Großindustrie zum Schaden der Mehrheit und Vorteil einer Minderheit darunter.

Planwirtschaft:

eine übergeordnete Instanz ermittelt den Bedarf an Gütern und Dienstleistungen, und bestimmt, was die Werktätigen in absehbarer Zukunft dafür zu produzieren und leisten haben.

Diese planwirtschaftlichen Anordnungen können entweder durch dafür privilegierte Personen innerhalb einer hierarchischen Gesellschaft kommen (regierende Politiker, Monarchen, Räte, wirtschaftliche Monopolisten) oder durch demokratische Beschlüsse, welche dann aber in Folge für alle bindend sind.

Schenkökonomie

im Gegensatz zu Marktwirtschaft und Planwirtschaft gibt es hier keine Zwänge;

(weder marktwirtschaftlich durch zu strenge Eigentumsrechte gegebene ökonomische, noch planwirtschaftlich staatlich hierarchische)

Der Antrieb zur wirtschaftlichen Tätigkeit besteht weder in der Angst vor Einkommensverlust noch in gesetzlichen Verpflichtungen; sondern alleine durch den Wunsch für sich selbst und für andere etwas Gutes damit zu tun.

Das Argument für die Marktwirtschaft im Gegensatz zur Subsistenzwirtschaft ist die Arbeitsteilung , und somit Vergrößerung und Verbesserung des Spektrums an Produkten und Dienstleistungen.

Das Argument für Geld gegenüber Tausch ist normalerweise die Erleichterung und Erweiterung von Tauschmöglichkeiten.

Schenkökonomie bringt aber nochmal wesentliche Erleichterungen gegenüber der Geldwirtschaft:

Sämtliche administrative Arbeiten in Zusammenhang mit Geld fallen weg.

Der Konkurrenzkampf um Marktanteile fällt weg und der Weg ist frei für Kooperation aller.

Sämtliche Arbeit in der Finanzwirtschaft, Werbung, Marketing, Verkauf, Exekutive und Judikative bei Finanz-und Eigentumsdelikten, etc.. fallen weg. Nur die tatsächlich produktiven Arbeiten würden bleiben. Somit kann mit maximal 50% der derzeit geleisteten Arbeitsstunden der gleiche materielle Lebensstandard erhalten bleiben.

Es sollte ein Menschenrecht sein, eine Sinn erfüllende Arbeit ausüben zu können, die Freude bereitet; im Gegensatz zum derzeit vorherrschenden Modell der Lohnarbeit, bei der man Körper, Geist und Loyalität für fremde Ziele verkaufen muss.

Die Schenkökonomie ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben, ohne äußere Zwänge durch Geld und exklusives Eigentum.

Wir sehen ein System, in welchem Menschen ohne Zwang Geld zu verdienen nicht bloß sich der Faulheit und dem Schmarotzertum hingeben, sondern ihre Zeit sinnvoll nutzen in einer Gesellschaft die dies zulässt und auch würdigt.

Kommentar:

Meistens herrscht nie eine Wirtschaftsform allein vor sondern eine Mischung aus allen.

In unser derzeitigen Marktwirtschaft haben wir natürlich parallel auch Elemente der Subsistenzwirtschaft (jegliche Tätigkeit für den Eigenbedarf) und ebenso der Planwirtschaft. Fast sämtliche staatliche Infrastruktur wird planwirtschaftlich geführt, auf innerbetrieblicher Ebene werden zentralistisch Produktionspläne erstellt, und selbst im sogenannten freien Markt gibt der Staat Rahmenbedingungen vor um die Prozesse in die gewünschte Richtung zu steuern.

Und auch die Schenkökonomie ist bereits derzeit ein wichtiges Element. Innerfamiliär, im Freundeskreis, aber auch gegenüber Fremden sind unentgeltliche Hilfeleistungen unentbehrlich für den Bestand unserer Gesellschaft, vor allem bei Hilfsdiensten und im sozialen oder konfessionellen Bereich.

Subsistenzwirtschaftliche und Schenkökonomische Anteile finden keinen Niederschlag in den Statistiken des BIP, da kein Geld dabei bewegt wird. Dennoch tragen sie für den realen Wohlstand enorm bei.

Wie kommen wir zur Schenkökonomie?

Ganz einfach: Indem wir uns der Freude des bedingungslosen Gebens und Nehmens hingeben. Man muss rechtlich streng genommen nichts verändern. Alles, was man ändern muss ist, seine Arbeitskraft und sein Eigentum demjenigen bedingungslos zu geben, der es notwendig hat!

Wesentlich ist auch, dass wir an unserer Einstellung arbeiten: Wir leben in einer Welt des Überflusses, auch wenn uns etwas anderes suggeriert wird.

Wenn es uns gelingt, Neid und Gier in Großzügigkeit und Dankbarkeit zu wandeln, dann sind wir am besten Weg, die Schenkökonomie zu verwirklichen.

Wer noch mehr erfahren möchte, kann das Buch „Schenkökonomie. Anleitung für eine geldlose Welt“ lesen!